Im Kolping-Bezirksvorstand des Bezirks Bad Tölz-Wolfratshausen-Miesbach ging fast eine Ära zu Ende.
Über 40 Jahre war Msgr. Walter Waldschütz als Bezirkspräses in der Bezirksvorstandschaft des Kolping-Bezirksverbandes Bad Tölz-Wolfratshausen-Miesbach tätig. Bei den Neuwahlen in der Bezirksversammlung im November 2025 stand er nun leider nicht mehr für dieses Amt zur Verfügung. Ganz vom Geist Adolph Kolpings durchdrungen, hatte er in den zurückliegenden Jahren vieles im Bezirk bewegt und konnte dabei auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen, hatte er zuvor doch selber verschiedene Ämter bei Kolping inne: So war er in jungen Jahren Kolpingvorsitzender der Kolpingfamilie Waldram, die er eigentlich hätte auflösen sollen, die aber mit ihm einen neuen Aufschwung nahm. Sodann bekleidete er ab 1973 das Amt des Bezirksleiters für den Bereich „Junge Erwachsene“ und von 1976 bis 1981 das Amt des Bezirksvorsitzenden. Parallel dazu war er von 1975 bis 1982 auch Diözesanleiter der Kolpingjugend, wobei er mit anderen zusammen ein Kursleiterkonzept entwickelt und mit Gruppenleitergrund- und Aufbaukursen für Jugendliche ab 16 Jahren sowie mit Orientierungskursen ab 14 Jahren begonnen hat
Nach seiner Diakonatsweihe war er dann schließlich ab 1982 Bezirkspräses bis zur letzten Bezirksversammlung, was nur für 3 Jahre unterbrochen wurde während des Pastoralkurses und seiner Kaplanszeit in Ruhpolding.
Auf Msgr. Walter Waldschütz geht das Bezirkszeltlager der Kolpingjugend zurück, dass er 1979 gegründet hat und das es heute noch gibt. Genauso auch die Jugendfreizeit der Kolpingjugend im Sommer, zunächst in Cesuna, dann in Arta Terme, die er selbst immer noch mitorganisiert und an der er dieses Jahr zum 44. Mal teilgenommen hat. Weil er selbst für Kolping brennt, hat er es geschafft, sage und schreibe sieben Kolpingfamilien im Bezirk zu gründen. Zum Scherz wurde schon gesagt, er müsste noch eine Pfarrei übernehmen, in der es noch keine Kolpingfamilie gibt, damit er dort eine gründet. Ihm war immer wichtig, die Säulen des Kolpingwerks im Blick zu haben und im Sinne Adolph Kolpings in den Bereichen Glaube und Kirche, Ehe und Familie, Arbeit und Beruf, Politik und Gesellschaft Bildungsveranstaltungen zu organisieren und die Stimme zu erheben. Er veranstaltete für den Bezirk sogar politische Bildungsfahrten nach Brüssel, Straßburg und Berlin. Mit Msgr. Waldschütz gab es nicht nur die jährliche Bezirksbergmesse auf dem Wallberg sowie die jährliche Bezirksmaiandacht und Bezirkswallfahrt an wechselnden Orten im Bezirk. Er organisierte auch mehrere Wallfahrten nach Assisi und Rom. Das immer, um gemeinsam im Glauben unterwegs zu sein und auch um Gemeinschaft zu erfahren. Auch die Partnerschaft zwischen dem Kolping-Bezirksverband Bad Tölz-Wolfratshausen-Miesbach und dem Kolping-Regionalverband Misiones in Argentinien ist wesentlich ihm zu verdanken. Dort gibt es in der Stadt Puerto Rico auch das Kinderdorf Hogar Jesús Niño, das von der dortigen Kolpingfamilie getragen und seit 34 Jahren zum Großteil von der Pfarrer Walter Waldschütz-Stiftung finanziell und ideell unterstützt wird.
„Wer Menschen gewinnen will, muss sein Herz zum Pfande geben.“ So sagte Adolph Kolping selbst einmal und ist auch an Msgr. Walter Waldschütz abzulesen. Zum Dank für sein jahrzehntelanges, unerrmüdliches und segensreiches Wirken für Kolping in der Bezirksvorstandschaft wurde Msgr. Walter Waldschütz deshalb bei der letzten Bezirksversammlung zum Bezirksehrenpräses ernannt. Elisabeth Aust, Mitglied im neuen Leitungsteam der Bezirksvorstandschaft, überreichte ihm mit Worten des Dankes die Urkunde zum Ehrenpräses und eine von ihr selbst angefertigte Kolping-Kerze.
Auch der langjährige Kolping-Bezirksvorsitzende Franz Josef Späth stand nicht mehr zur Wahl. Zwanzig Jahre stand er mit viel Herzblut dem Kolping-Bezirk Bad Tölz-Wolfratshausen-Miesbach vor.
Auch er hatte bereits seit seiner Jugend verschiedene Ämter bei Kolping bekleidet. So hat er mit 16 Jahren von 1991 ab für vier Jahre eine Kolping-Jugendgruppe in Holzkirchen geleitet. Von 1991 ab bis heute ist er auch Teil der Sommerfreizeit der Kolpingjugend im Bezirk, die zuerst in Cesuna beheimatet war und seit 2003 in Arta Terme stattfindet. In den 31 Freizeiten war er anfangs als Teilnehmer dabei. Ab 1995 hat er als Gruppenleiter mitgewirkt und seit 2003 arbeitet er im Organisations- und Freizeitleitungsteam mit und hat immer wieder mal auch die Gesamtleitung und Letztverantwortung inne.
Außerdem war Franz Späth von 1997 bis 2014 Mitglied im Vorstand der Kolpingsfamilie Holzkirchen, dabei ab 1997 als Leiter der Kolpingjugend, später als stv. Vorsitzender und von 2010 bis 2014 schließlich als Vorsitzender. Auch auf Bezirksebene war er ab 2001 zunächst stv. Vorsitzender, bis er im Jahr 2006 schließlich zum Vorsitzenden des Kolping-Bezirksverbandes Bad Tölz-Wolfratshausen-Miesbach gewählt wurde.
In der Bezirksvorstandschaft wurde immer seine kompetente, angenehme sowie zielführende und integrierende Leitung geschätzt. Immer wieder hat er Impulse im Sinne Adolph Kolpings und entlang den Leitlinien des Kolpingwerkes gesetzt und das, was an Vorschlägen kam, gewürdigt und versucht, es für die Bezirksarbeit fruchtbar werden zu lassen.
Etwas, was ihn besonders ausgezeichnet hat, war, dass er der erste Freiwillige war, der 1995 durch Walter Waldschütz, dem damaligen Pfarrer von Holzkirchen, in die Provinz Misiones in Argentinien kam und dort für 17 Monate einen Freiwilligendienst als „Anderen Dienst im Ausland“ gemacht hat. Nach ihm haben im Laufe der Jahre an die 200 Freiwillige diesen Missionarischen Dienst auf Zeit geleistet, die er mit Msgr. Waldschütz und anderen vorbereitet und begleitet hat. Da die Freiwilligen häufig in Projekten der Kolpingfamilien vor Ort eingesetzt waren und Pfarrer Walter Waldschütz und Franz Späth lange Zeit jährlich zur Zwischenauswertung dieses Dienstes nach Argentinien kamen, ergab sich ein enger Kontakt zu den Kolpingverantwortlichen vor Ort. Durch ihre Anwesenheit und den Austausch unterstützten sie den Aufbau von Kolpingfamilien in der Provinz Misiones. Darum hat neben Msgr. Walter Waldschütz auch Franz Späth ganz wesentlichen Anteil an der Gründung der Partnerschaft zwischen dem Kolping-Bezirksverband Bad Tölz-Wolfratshausen-Miesbach und dem Kolping-Regionalverband in Misiones.
Öfter haben die beiden mit anderen schon Bildungs- und Begegnungsreisen dorthin organisiert und durchgeführt, umso die Partnerschaft zu festigen und zu vertiefen.
Auch für Franz Späth gilt wie Adolph Kolping sagt: „Wir können viel, wenn wir nur nachhaltig wollen. Wir können Großes, wenn tüchtige Kräfte sich vereinen.“
So wurde bei der Bezirksversammlung Franz Späth für seinen fast 20-jährigen Einsatz als Bezirksvorsitzender zum Ehrenvorsitzenden des Kolping-Bezirksverbandes Bad Tölz–Wolfratshausen–Miesbach ernannt und bekam zum Dank von Elisabeth Aust ebenfalls eine Ehrenurkunde sowie eine handgefertigte Kolping-Kerze überreicht.
Über die Jahre haben die beiden also durch ihren segensreichen Einsatz so vieles geprägt und bewirkt. Beiden wurde auch von Seiten des Kolping-Diözesanvorstands durch Barbara Purschke für das langjährige Engagement im Kolping-Bezirk herzlich gedankt.
Möge der Geist Adolph Kolpings nun weiterwirken in der neugewählten Vorstandschaft.
Maria Thanbichler, geistliche Leiterin im Bezirksverband Bad Tölz-Wolfratshausen-Miesbach.
